Gewicht – noch ein Nachtrag

Manchmal schwingen ja Dinge aus den Workshops nach, werden wieder angestoßen und kommen dann an die Oberfläche. Karin Intveen und ich durften mit Teilnehmern nach dem Workshop vertiefend im 6-Augen-Coaching weiterarbeiten, was für uns immer sehr spannend ist, zu sehen, was sich in welcher Zeit entwickelt und wie Lebens-Geschichten in einen Heilungsprozess gehen.

Ich nutze das einsetzende Herbst-/Novemberwetter unter anderem zum Lesen und stolperte letztens über ein Buch von Maja Storch, einer von mir sehr geschätzten Therapeutin in Zürich, die ebenso wie wir, sehr viel Rücksicht auf den Körper, seine Erinnerungen und neuronalen Verschaltungen nimmt. Ihr Buch zum Thema heisst “Mein Ich-Gewicht” und nach Seite 60 kann ich es wärmstens weiterempfehlen für all diejenigen, die losgelöst von Diäten sich mit den Dynamiken dahinter beschäftigen wollen – mit dem eigenen Unterbewusstsein, mit somatischen Markern, mit wachsenden und absterbenden Nervenverbindungen. Und alles so präsentiert, dass kein Studium notwendig ist, um das zu verstehen.

Und wer sich mit dem Thema “Starke Frau” auseinander setzen möchte, dem kann ich ihr Buch “Die Sehnsucht der starken Frau …” ans Herz legen. Beide Bücher passend zum Wetter und zur Stillen Zeit. Viel Spaß.

Wochenende

Und ohne Worte – HD-Qualität drücken, Regler auf und schauen :-)

„The Kid“

Gestern Abend habe ich nach langer Zeit mal wieder den Film „The Kid“ mit Bruce Willis gesehen. Für die, die ihn noch nicht kennen: Ein Mann steht kurz vor seinem 40sten Geburtstag, als sein 8-jähriges Ich plötzlich in seinem Leben auftaucht. Dieser dicke, ungeschickte kleine Kerl ist dem Großen einfach nur peinlich und nervt ihn ohne Ende. Denn in seinem heutigen Leben (er ist Imageberater und verdient Geld ohne Ende) hat all das keinen Platz mehr. Eine tolle Szene ist, wo der Kleine in diesem komplett durchgestylten Hightech-Haus auf dem Designersofa sitz und sagt: „Was?!?!? Ich habe später keine Frau, keinen Hund und ich kann keine Flugzeuge fliegen? Man, was werde ich mal für ein Looser!“

Irgendwann findet Bruce Willis raus, warum dieser kleine Kerl aufgetaucht ist: Er soll ihn an etwas zu erinnern, was ihm im Alter von 8 Jahren geschehen ist und ihn (mit) zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist. Und seine (weibliche) Umgebung hält nicht sonderlich viel von ihm. Gemeinsam landen sie im Jahr 1968 und der Große hilft dem Kleinen. Mehr verrat ich nicht, denn der Film ist mehr als sehenswert.

Was mich an ihm so begeistert, ist folgendes: tagtäglich kommen unsere inneren Kleinen gucken und weisen uns auf etwas hin, was einmal schief gelaufen ist. Denn wie wir auf bestimmte Situationen reagieren, ist (fast immer) das Ergebnis dessen, wie wir damals reagiert haben, reagieren mussten, weil wir keine Wahl hatten. Wenn unser Erwachsener dann den oder die Kleine(n) darin erkennt und lenkend eingreift, kann die damalige Situation geheilt werden. Aber dafür müssen wir den Mut haben, den oder die Kleine(n) anzuschauen. Im Fall von Bruce Willis war das kein schöner Anblick. Heulend, dick und ungeschickt läuft dem kleinen Kerl der Rotz als er auf dem Ledersitz des Porsche Cabrios sitzt.

Teil der Lösung im Film: Auch wenn man heute das damals verändert, verändert man damit nicht automatisch (wie in anderen Filmen) seine gesamte Geschichte, aber garantiert seine Zukunft.

Mein Tipp: Wer darauf Lust hat, sollte sich den Film unbedingt unter diesem Fokus anschauen. ODER kommt morgen zu uns ins Schloss Seefeld und gibt dem Kleinen oder der Kleinen endlich eine Stimme, damit die Zukunft schon morgen anfangen kann. Ausnahmsweise sind wir nämlich morgen noch nicht ausgebucht. Wer weiß, warum …

Von Tätern und Opfern

Auch daran geht es immer wieder in den Familienaufstellungen – von den Tätern und den Opfern, z.B. des Zweiten Weltkriegs bzw. dem Umgang damit in den Familien, in denen zum Beispiel der Vater im Krieg war oder wo die Familie vertrieben wurde und fliehen musste. Und es geht oft um das Schweigen, das in diesen Familien herrschte und herrscht, die geistige Abwesenheit der Eltern, die unerklärliche Traurigkeit, die plötzlich aufflammende Aggression und und und.

Nachdem in den letzten Aufstellungen wieder solche Dinge hochkamen, war es für mich Zeit, mir das bisher nicht gelesene Buch von Daan van Kampenhout “Die Tränen der Ahnen” aus dem Stapel “Noch nicht gelesen”. Er beschreibt seine Erfahrungen als Jude mit diesem Thema in den Aufstellungen, seine Sichtweise und seine Schlussfolgerungen zum Thema Täter- und Opferenergie. Und richtet doch einen Großteil seiner Arbeit auf die Versöhnung, die bisher in vielen Familien noch nicht stattgefunden hat. Aber jeder innerhalb des Systems spürt, dass da etwas ist, was ziemlich massiv den Ablauf stört.

Lesenswertes Buch. Nachdenklich machendes Buch und für diejenigen von uns, die die 40 schon überschritten haben vielleicht ein erhellendes Buch zum Verstehen der eigenen Historie als die erste Nachkriegsgeneration. Vor allem dann, wenn die eigenen Eltern den Krieg als Kinder miterlebten oder als Erwachsene am Krieg direkt beteiligt waren.

Die 10 Regeln des Lebens

Eigentlich ist mir gerade ein Beitrag zum Thema “Angst im Job” im Hirn, aber da lese ich in einem Forum einen netten Artikel meines Kollegen Nico Rose, den er irgendwo ausgegrraben hat. Das macht er öfters :-) Und da dachte ich mir, etwas Leichtes und Schönes ist vielleicht der richtige Einstieg in ein Wochenende.

Regel 1)

Du wirst einen Körper erhalten. Ganz egal, ob du ihn liebst oder hasst – er gehört zu dir dein Leben lang. Also akzeptiere ihn, so wie er ist. Es zählen die inneren Werte.

Regel 2)

Du wirst einige Aufgaben zu lösen bekommen. Das Leben gibt dir jeden Tag die Chance, etwas zu lernen. Diese Lern-Aufgaben sind jeweils speziell für dich gemacht. Sie anzunehmen und gut zu lösen hilft dir, den Sinn deines Lebens zu erkennen und es freudvoll zu gestalten.

Regel 3)

Es gibt keine Fehler, nur Lernchancen. Deine Entwicklung zu mehr Weisheit und Bewußtsein ist ein Prozess von Versuch und Irrtum. Es ist unvermeidlich und Natur gegeben, dass die Dinge nicht immer so klappen, wie du es dir wünschst. Leidenschaft und Vergebung sind das Rezept gegen allzu harte Urteile – gegenüber dir selbst und anderen. Wenn du mit Ethik, Integrität und Humor durchs Leben gehst – und mit der Fähigkeit, auch über dich und deine Mißgeschicke zu lachen – wirst du akzeptieren können, dass “Fehler” einfach Lektionen sind, die es zu lernen gilt.

Regel 4)

Die Lektion wird wiederholt, bis du sie gelernt hast. Was du vielleicht als Probleme, Herausforderungen, Irritationen oder Frustrationen wahr nimmst, sind weitere Aufgaben. Sie werden so lange wiederholt, bis du sie als Chancen begreifst und löst. Dazu ist es notwendig, dass du aufmerksam und flexibel bist. Akzeptiere auch, dass du nicht ein Opfer widriger Umstände bist – sondern dass dir Dinge passieren, weil du so bist, wie du bist. Andere oder “die Umstände” für dein Schicksal verantwortlich zu machen, wäre eine bequeme Ausrede und Flucht. Du allein bist dafür verantwortlich, was dir passiert. Hier ist manchmal Geduld nötig, denn die Dinge ändern sich nicht unbedingt über Nacht.

Regel 5)

Du wirst nie aufhören zu lernen. Während deines ganzen Lebens wird es immer wieder Aufgaben und Lernchancen geben. Gib dich dem Rhythmus des Lebens hin und sträube dich nicht dagegen. Freunde dich mit dem Lernen und der Veränderung an. Sei ehrlich und erkenne deine Schwächen an, sei flexibel und stelle dich auf neue Situationen ein. Wenn du auf Altem beharrst, nimmst du dir die Freiheit neuer Möglichkeiten.

Regel 6)

Woanders ist es nicht besser als hier. Auf der anderen Seite des Zaunes mag das Gras grüner sein. Aber wenn du dorthin gehst, ist das nicht der Schlüssel zur Glückseeligkeit. Sei dankbar für das, was du hast und für den Weg, den du gehst. Schau versöhnlich auf das, was dir vermeintlich fehlt, es würde dich nicht glücklicher machen. Lebe aufmerksam in der Gegenwart und du wirst Frieden finden.

Regel 7)

Andere sind nur ein Spiegel deiner selbst. Du liebst oder hasst Dinge an anderen, die du an dir liebst oder hasst. Sei tolerant und akzeptiere die anderen, so wie sie sind. Entwickle deine Fähigkeit zur Selbstreflexion, damit du deine Gedanken und Gefühle immer besser verstehst. Negative Erfahrungen sind Chancen, alte Wunden bei dir zu heilen. Wenn du andere unterstützt, unterstützt du dich selbst. Gelingt dir das nicht ist das ein Zeichen dafür, dass du deine eigenen Bedürfnisse gerade vernachlässigst.

Regel 8)

Wie sich dein Leben entwickelt, liegt bei dir. Du hast alle Fähigkeiten und Ressourcen, die du brauchst. Was du damit anfängst, liegt bei dir. Übernimm Verantwortung für dich und dein Leben. Wenn du Dinge nicht verändern kannst, lerne los zu lassen. Ärgere dich nicht lange über Unerfreuliches, denn negative Gedanken blockieren deinen Geist. Wir alle haben Kraft und Mut in uns – nutze beides um das zu tun, was richtig und wichtig für dich ist.

Regel 9)

Die Antworten auf deine Fragen sind in dir. Vertraue auf deinen Instinkt, deine innere Stimme, deine Inspiration. Sieh hin, höre zu und vertraue dir.

Regel 10)

Du wirst all dies bei deiner Geburt vergessen. Wir alle werden mit diesem Wissen geboren. Frühe Erfahrungen führen uns dann in eine physische Welt, weg von unserem spirituellen Selbst. So fangen wir an zu zweifeln, werden zynisch, verlieren Glauben und Zuversicht.

(Chérie Carter-Scott)