Seit 5 Jahren veranstalten Volker Hepp und ich nun gemeinsam regelmäßig Aufstellungsseminare und wir findet es immer wieder interessant, was Menschen neugierig macht auf eine Familienaufstellung. Manche haben von der Methode gehört und wollen einfach „mehr“ wissen. Manche haben die Empfehlung bekommen, vielleicht vom Heilpraktiker oder aus dem Freundeskreis. Andere haben bereits Erfahrung mit Familienaufstellungen und nutzen sie regelmäßig, um sich Dinge anzuschauen.
Was auch immer der Grund ist, eins aber ist bei fast allen gleich, die eine Familienaufstellung buchen: fast alle sind an einer schnellen, unkomplizierten Lösung ohne großen Zeitaufwand interessiert. Manchmal geht die Rechnung auch auf: Sortieren, Aufstellen, Hinschauen, Lösung.
Aber das funktioniert nicht immer. Gerade wenn im Ursprungssystem so wichtige Faktoren wie Halt, Sicherheit und Stabilität gefehlt haben, brauchen unsere Seele und unser Nervensystem mehr als „nur“ eine Aufstellung. Eine Aufstellung kann hier zwar helfen, ein wenig Ruhe und Kraft ins System zu bringen und Orientierung zu geben – sie alleine aber kann fehlenden Halt nicht ersetzen.
Daher empfehlen wir, ergänzend zu einer Aufstellung, in Einzelsitzungen „am Ball zu bleiben“. In begleitendem Coaching die Bilder und Eindrücke aus der eigenen Aufstellung zu integrieren, ist aus unserer Erfahrung nachhaltiger, als die Aufstellung unkommentiert zu lassen. Denn hier neigt unser Kopf sonst gerne dazu, sich das Erlebte und Gesehene anhand der alten Muster erklären zu wollen. Und genau das sollte ja besser nicht passieren. Vor allem dann nicht, wenn das Ziel Veränderung ist.
Geschrieben von Karin Intveen am 04.12.11. - 15:20 0 Kommentare »
Heute beginnt das letzte Quartal des Jahres 2011, die vierte Jahreszeit. Es wird früher dunkler und es wird kälter. Es zieht die Menschen wieder in Richtung Höhle und manchmal verlangsamt sich dadurch auch das Leben ein bißchen, wird ruhiger und gemütlicher. Wenn es da nicht die inneren Antreiber wären, die immer wieder versuchen, gerade diese Ruhe zu sabotieren. Möglichkeiten zum “Unruhestand” gibt es ja viele – und sei es nur der gewohnte Griff am Abend zu Fernbedienung. Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass Euhe sowohl mit den Empfindungen der Scham als auch der Angst besetzt sind.
Wie passen Ruhe und Scham zusammen?
Ganz einfach – viele von uns erinnern sich an Sätze wie “Guck keine Löcher in die Luft” oder “Wer rastet der rostet” und viele Abwandlungen mit demselben Tenor: Wer Müßiggang übt, der ist suspekt, der wird getadelt, aus dem wird nie etwas. Und diese Beschäftigungs-ADS geht schon in frühem Kindesalter los. Kein Wunder, dass sich viele schämen, wenn sie wirklich nichts zu tun haben oder – Ruhe brauchen und Ruhe suchen. Die gute Botschaft: Das sind alles “äußere Gründe” und haben nichts mit uns selbst zu tun.
Warum kann Ruhe Angst machen?
Aus unserer Traumatherapieausbildung wissen wir, dass Geschwindigkeit ein sehr gutes Mittel ist, um Angst zu vermeiden. Wer kennt nicht den Klassiker mit dem dunklen Keller, in den man als Kind pfeifend und sehr schnell rein- und wieder rausgerast ist. Und im erwachsenen Alter befürchten viele Menschen, dass genau diese Ängste, dieses Nachdenken, dieses Grübeln genau dann hochkommt, wenn sie in Ruhe kommen. Nicht ganz unberechtigt. Aber dennoch – aus diesen Gründen ein Leben lang Gas geben und weglaufen?
Wir verstehen unsere Aufstellungssamstage aber auch unsere Einzelsitzungen als Orte und Termine zum Durchschnaufen. Pause machen. Langsamer werden. Und sich gemeinsam im Kreise Gleichgesinnter/Gleichleidtragender sich dem zu stellen, was dann passiert, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Und wir passen dabei auf, dass dann nur so viel passiert, was auch verstoffwechselt werden kann. Versprochen.
Geschrieben von Volker Hepp am 01.10.11. - 13:33 0 Kommentare »
Menschen-Systeme geraten manchmal in Unordnung. Vor allem Familiensysteme. Und noch mehr Paarsysteme. Was in Liebe beganng, schläft öfters ein und verändert sich auf jeden Fall. Manchmal werden die Veränderungen gar nicht, meistens viel zu spät wahrgenommen. Und dann steht einer der beiden Partner vor vollendeten Tatsachen. Weil sich der andere Partner verändert hat. Und ist oft ziemlich ratlos. Und spürt in sich nur ein Unbehagen und ein “so will ich es nicht mehr weitermachen”. Fast eine klassische Situation.
Viele warten auf den ersten Schritt des anderen!
Und auch das hören wir immer wieder: “Ich würde ja schon gerne, aber (meistens) mein Mann zieht nicht mit”. Resultat – beide bleiben in ihrer Schockstarre. Der Weg raus: Jeder macht die Schritte, die er möchte. Der eine bleibt vielleicht stehen, der andere tastet sich nach vorne. Und schaut vielleicht mit uns in einer Familienaufstellung, was er noch braucht, was denn noch dazu kommen müsste, um einen Schritt zu tun. Denn meistens fehlt ja etwas, ansonsten wäre der Schritt ja schon passiert. Und genau darauf achten wir in unserer Arbeit:
- Was genau fehlt noch?
- Woher könnte das Fehlende kommen?
- Wie genau sieht das Fehlende aus?
Und mit diesen Informationen aus einer Familienaufstellung kann danach kraftvoll der – meist lang notwendige – nächste Schritt gegangen werden. In der Realität. Fehlt Ihnen auch der nächste Schritt? Dann sehen Sie hier unsere verfügbaren Termine für Familienaufstellungen. Ansonsten – wir arbeiten auch im Einzelsetting.
Geschrieben von Volker Hepp am 25.05.11. - 12:44 0 Kommentare »
Ich durfte aufgrund geschäftlicher Termine diese Woche zwei Mal sehr früh eine Lufthansa-Maschine besteigen, vulgo einen Schlafanzugbomber. In manchen Wochen fast Normalität. Und was hat das mit einer Systemaufstellung zu tun? Noch nichts direkt! Was mir gestern morgen auffiel, war der Mensch neben mir, der mit 5 aktuellen Tageszeitungen in die Kabine geklettert ist und der Mensch rechts vor mir, den es vor lauter Hippeligkeit kaum auf dem Stuhl und im Gurt hielt. Der links neben mir hat auf dem kurzen Flug nach Frankfurt tatsächlich 3 1/2 der Tageszeitungen geschafft, der rechts vorne wurde zunehmends nervöser, als der Anflug begann und seine Lektüre aufgebraucht und sein Notebook nicht mehr benutzt werden durfte.
Immer unter Strom!
Immer unter Strom erleben wir auch viele Teilnehmer unserer Familienaufstellungen oder in unseren Coachings. Die in einer solchen Geschwindigkeit unterwegs sind, dass wir ihnen manchmal kaum folgen können. Und – so meine Hypothese – die sich selbst kaum folgen können. Geschwindigkeit kann auch Verwirrung schaffen, am Leben erhalten & steigern. Und deshalb sehen wir es als eine Art Einstieg an, erst einmal zu Entschleunigen. Damit der Geist zur Ruhe kommt und wir gemeinsam auch die leisen Zwischentöne besser mitbekommen, die das Leben nuancenreicher machen. Und manchmal auch für mehr Klarheit sorgen.
Denn eine weitere Hypothese – Geschwindigkeit bewahrt vor intensiven Gefühlen, die einen vielleicht überrollen könnten. Das ist dann wie beim kleinen Kind, das etwas aus dem dunklen Keller holen soll. Wie macht es das? Sehr schnell und mit einem Lied auf den Lippen! Und vielleicht wäre es eine gute Frage vor Ihrem nächsten Seminar bei uns, wenn Sie sich auf der Überholspur entdecken: “Vor was schützt mich meine aktuelle Geschwindigkeit?” und “Wofür ist es gut, gerade sehr schnell unterwegs zu sein?”. Beim Antworten sortieren, helfen Ihnen Karin Intveen und ich gerne weiter….
Geschrieben von Volker Hepp am 04.03.11. - 09:49 1 Kommentar »
Die meisten Menschen haben Erwartungen an alles Mögliche: Situationen, andere Menschen, Tiere, das Leben, das Sterben usw. Wobei Erwartungen an sich ja nichts Negatives sind. Ganz im Gegenteil – Erwartungen können auch beflügeln und Kraft für zukünftige Aufgaben verleihen. Problematisch wird es meistens nur dann, wenn das, was ich mir erwarte mit Realismus nicht mehr viel zu tun hat. Oder von meiner Umwelt so nicht erfüllt werden will. Dann beginnen viele Menschen ein ganzes Repertoire an Möglichkeiten auszupacken, um doch noch zur Erfüllung ihrer Erwartungen zu kommen – bis hin zu übelster Manipulation. Und beginnen sehr oft, in einer Parallelwelt zu leben, sie sind dann ihre Erwartungen.
Reality Check gefällig?
Und auch hier kann es hilfreich sein, immer mal wieder die eigenen Erwartungen gegen unbeteiligte Dritte zu verproben. So eine Art Reality Check. Sei das jetzt in einem Coaching oder bei einer Systemaufstellung mit fremden Menschen, die sich als Stellvertreter zur Verfügung stellen. Damit der eigene Kopf wieder gerade sitzt. Und oftmals erlebe ich gerade in einem solchen Fall eine Systemaufstellung als sehr wirkungsvoll – weil komplett fremde Menschen einem die eigene Realität verkörpern und zeigen. Ohne dass sie von außen in irgendeiner Form beeinflusst worden sind. Deshalb arbeiten wir bei unseren Aufstellungen auch gerne verdeckt, d.h. ohne dass das Thema benannt wird.
Und manchmal, wie letzten Samstag, dann auch nur mit Nummern für die Stellvertreter und nur mit 2 bis 3 Szenen, damit die Dynamik sichtbar ist. Und meistens reicht es ja vollkommen aus, zu sehen, in welche Richtung etwas geht. Damit man selbst weitergehen kann. In der Realität, nach dem Seminar.
A propos Seminar – 2 Plätze für eigene Themen haben wir am Wochenende noch frei!
Geschrieben von Volker Hepp am 15.02.11. - 09:59 0 Kommentare »