Wir wissen eine Menge. Auf einer rein bewussten Ebene gibt es wenig, was wir nicht verstehen und was wir (uns) nicht erklären können. Und selbst wenn es dann doch mal anders ist, gibt es ja z. B. Google – und ein paar Klicks später sind wir dann (hoffentlich) noch ein bisschen schlauer.
Nur manchmal „reicht“ eine Information alleine nicht aus um wirklich verstehen zu können. Denn eine reine Information ohne Zusammenhang, ohne Verknüpfung ist eben nur eine Information ohne Zusammenhang und ohne Verknüpfung. Damit aus Informationen – im besten Fall logische – Geschichten werden, brauchen sie aber diese Zusammenhänge.
Die scheinbare Krux an der Sache: Diese Zusammenhänge und diese Verknüpfungen werden auch durch Informationen erzeugt. Und manchmal braucht es jemanden im Außen, der diese (fehlenden) Informationen beisteuert. Jemanden, der aufgrund seiner Informationen Zusammenhänge überhaupt erst herstellen kann. So passiert in unserem letzten Aufstellungsseminar.
„Ich wusste das, aber ich hätte nie gedacht, dass das so eine Bedeutung hat.“
Viel von dem was wir wissen, ist uns so in Fleisch und Blut übergegangen, ist für uns so „normal“, dass wir überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass es etwas Besonderes sein könnte. Für uns gehören diese Puzzleteile einfach an diese Stelle in unserem Leben und wir kämen auch nicht auf die Idee, sie mal einer anderen Stelle auszuprobieren. Warum auch? Erst wenn jemand von Außen kommt und Fragen stellt, nehmen wir diese Puzzleteile wieder in die Hand und schauen sie uns genauer an. Und häufig entdecken wir dann bisher nicht gesehene Facetten, die in einem anderen Kontext einen anderen Sinn ergeben.
Und daraus ergibt sich dann ein neues Bild. Ein Bild, das irgendwie mehr Sinn macht als das alte. Das Dinge im Hier & Jetzt erklärt, Zusammenhänge und Verknüpfungen verständlich macht.
Das Vorgespräch vor einer Aufstellung ist daher so immens wichtig. Denn gemeinsam das alte Puzzle zu erkunden, die Teile zu finden, die (noch) nicht am richtigen Platz liegen, zu hinterfragen, wie das Bild denn im Idealfall aussehen sollte, aber auch die Teile zu suchen, die unter den anderen verborgen sind, ist genauso wichtig wie die Aufstellung selber – manchmal ist das sogar die eigentliche Arbeit.
Und hier reicht es in unseren Augen nicht, „nur“ nach den beteiligten Personen und ihren Geschichten zu fragen und sie im Raum zueinander in Beziehung zu stellen. Hier braucht es das Verständnis um die Zusammenhänge dieser Informationen. Was bedeutet die Information im Kontext des Anliegens? Und welche Information fehlt im Kontext des Anliegens?
Daher unser Tipp: Achten Sie bei der Suche nach einem geeigneter Aufsteller unbedingt darauf, welche (Zusatz-)Ausbildung(en) er oder sie hat. Denn das gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie weit er oder sie schauen kann, welche Zusammenhänge und Verknüpfungen überhaupt hergestellt werden können. Aufstellungen sind ein Tool und wie vielfältig es eingesetzt werden kann, hängt vom Aufsteller und seinen weiteren Tools ab.