01. 08. 10
Der Körper hört mit
Stellen Sie sich einmal die folgende Szene vor: Sie sitzen mit Ihrem Partner im Auto. Sollten Sie Kinder oder Haustiere haben, denken Sie sich die mal kurz in bester Obhut bei wem auch immer. Sie und Ihr Partner sind auf dem Weg in ein wohlverdientes Wellness-Wochenende. Dementsprechend entspannt ist die Stimmung im Auto und Sie freuen sich auf die vor Ihnen liegenden Tage. Sie lassen die Landschaft einfach nur an sich vorbei rauschen. Bis Ihr Partner Sie so eher nebenbei fragt: „Schatz, hast Du eigentlich das Fenster im Schlafzimmer zu gemacht? Es soll ja ziemlich schütten am Wochenende.“
Schlagartig ist von Enspannung nicht mehr die Rede. Da wo eben noch Ruhe in Ihrem Körper war, ist plötzlich Aufruhr. Die Gedanken rasen, das Herz macht gleich mal mit und die Atmung … Nun, die findet nur noch irgendwo im Kehlkopfbereich statt.
Je nachdem auf welchen Stresslevel Sie diese Frage katapultiert hat, kann es eine Weile dauern, bis Sie wieder klar denken können. Bis Sie die Zeit vor der Abfahrt im Detail Revue passieren lassen können. Denn unser (Nerven)System braucht eine Weile, bis es den Stress-Hormon-Cocktail der durch diese „harmlose“ Frage abgefeuert worden ist, so weit abgebaut hat, dass klares Denken wieder möglich ist. Und je nachdem wie gut unser (Nerven)System mit dieser Befeuerung umgehen kann, kann es mal schneller gehen und manchmal bleiben wir sogar „da oben“ kleben.
Das ist dann der ideale Nährboden für einen zünftigen Streit. „DU solltest doch die Fenster kontrollieren. ICH hab schließlich schon das ganze Packen an der Backe gehabt.“ wäre ein „logischer“ Gegenangriff, wenn das eigene (Nerven)System droht einen im Stich zu lassen. Aber die Bandbreite der möglichen Reaktionen ist hier schier unendlich. Sie haben aber alle eins gemeinsam: Sie sind wahnsinnig schnell.
Und schon stecken wir mit unserem Partner oder unseren Kindern oder wem auch immer mitten im dicksten Streit. Und das „nur“, weil unser Körper auf irgendeinen, vielleicht sogar nur so dahingesagten Satz reagiert hat. Die Krux an der Sache: Das geht so schnell, dass man den eigentlichen Anlass überhaupt nicht mitbekommen hat. Man „weiß“ nur, dass der andere einem gerade mega Unrecht tut … einen in all dem was man doch so leistet, nicht sieht … einen nie unterstützt … man sich immer um alles selber kümmern muss … etc. etc. etc.
Jetzt aber die gute Nachricht: Durch eine begleitete Entscheunigung kann unser Hirn wieder lernen, auf den Körper und seine Signale zu hören. Und wenn das Hirn diese Signale wieder wahrnehmen kann, kann es verstehen, was der Körper da eben gehört hat und angemessen reagieren. Ich sage hier in aller Deutlichkeit WIEDER, denn mit dieser Fähigkeit sind wir auf die Welt gekommen. Sie ist nur auf unserem Weg ins Erwachsenwerden verschütt gegangen.
Wenn Sie Lust bekommen haben auf so eine begleitete Entschleunigung, dann haben Sie jetzt gleich 2 Möglichkeiten: Entweder Sie melden sich als Teilnehmer zu einem unserer offenen Seminare an oder Sie buchen eine Einzelsitzung.


18. 08. 10 gegen 11:39
Hallo Karin, ja da gebe ich dir vollkommen recht. Meist ist es wirklich nur ein Satz oder nur ein paar Wörter, es ist auch egal von wem das kommt, ob von Mann, Kinder oder einem anderen. Meistens bin ich in null-komma-nicht “oben” & auch schnell wieder “unten”. nur sind dazwischen oft Wörter gefallen, die viel mehr kaputtmachen, als wenn man aus dem Raum geht oder die Augen schließt, ein paar mal gut durchatmet, und dann darüber spricht. Meist klappt es , aber manchmal geht es eben doch “daneben.
Mir ist persönlich aufgefallen, das ich eher bei den angeheirateten Familienmitgliedern “in die Luft gehe”. vor allen mit denen die immer auf heile Welt machen wollen.
Das war auf jeden Fall ein sehr interessanter Bericht.
Liebe Grüße, bis Freitag
Anja Bonerz