20. 07. 10

Esoterik oder was?

Die ersten Reaktionen auf unseren Mindfulness-Workshop sind sehr gut und bei manchen Reaktionen kommt die Frage mit, wieso wir denn jetzt auch in Richtung Esoterik abschweifen. Vielleicht eine gute Möglichkeit, auf die Hintergründe einzugehen. Karin Intveen und ich erleben in unseren Coachings und Systemaufstellugen oft Menschen, die sowohl von äußeren als auch inneren Ereignissen völlig überrascht und dann von deren Heftigkeit umgerissen werden.

Für die äußeren Ereignisse können wir uns nur bedingt wappnen, um die inneren Ereignisse können wir uns kümmern.

Mindfulness zielt auf die inneren Ereignisse im Menschen

Oft erleben wir Menschen, die von den Dingen, die das in Ihnen hochsteigen – Angst, Wut, Trauer usw. – vollkommen überwältigt werden. Sie können diese Gefühle nicht mehr regulieren, nicht mehr steuern können. Fazit: Sie fühlen sich ihnen hilflos ausgeliefert. Und diese Hilflosigkeit macht Angst. Auch deshalb spalten sich sehr viele Menschen von dieser Gefühlswelt ab (Dissoziation) und verbringen ihre Zeit lieber im Kopf oder in sonstigen höheren Sphären. Doch unser Körpersystem ist tricky und erfindungsreich und findet buchstäblich immer einen Weg.

Eine unserer Hypothesen in der Arbeit ist die, dass sich diese Gefühle und inneren Zustände nicht “von jetzt auf gleich” bemerkbar machen, sondern “Vorwarnungen” schicken und einen gewissen Aufbau ihrer Intensität haben. Doch wenn wir von unserem Körper dissoziiert sind, bekommen wir das nicht mit. Und hier ist Entschleunigung, Achtsamkeit und Mindfulness ein Zugang, den wir nutzen können, um uns sprichwörtlich auf die Schliche zu kommen.

Im Workshop lernen wir uns immer besser kennen und mit den Systemaufstellungen und Coachings erhalten wir danach gute Werkzeuge in die Hand, um mit dem, was im Zustand der Mindfulness passiert, besser umgehen zu können. Deshalb freuen wir uns riesig auf den Samstag mit Peter!

2 Kommentare zu “Esoterik oder was?”

  1. Frank Breuer Says:

    Hello,
    Mindfulness ist nur dann Esoterik, wenn von Esoterikern angeboten.
    Ich habe hier in Australien, wo wir leben, Jon Kabat Zinn auf einem seiner Vortraege in Sydney zugehoert. Man darf ihn wohl als den Wegbereiter fuer die integration von Mindfulnesskonzepten in die Medizin ansehen.
    In einem anderen Seminare fuer Verhaltenstherapeuten und andere Kliniker habe ich Uebung um Uebung genossen, dabei sein, Kraft tanken.

    Das sind nur Einzelbeispiele, die aber zeigen dass hat mit Esoterik nichts zu tun. Sicher ist eine gewisse Spiritualitaet spuerbar, die aber explizit an Werten orientiert ist und auch eher bescheiden daherkommt. All das geht Hand in Hand mit traditioneller, manchmal auch unkonventioneller Denkart.
    Dasselbe kann man auch von Familenstellen sagen: wenn in Esoterischer Hand, dann wird auch das Familienstellen esoterisch, und damit potentiell gefaehrlich. Das Gefaehrliche an Esoterik ist ja zum einen das Verkuenden einer Wahrheit, oft in nebuloeser Sprache. Die zweite Gefahr ist der unreflektierte Narzissmus des Leiters, sprich seine heimlichen Allmachtsphantasien. Beides zusammen ist eine unbekoemmliche Mischung.

    Also, Mindfulness ist eine grossartige Sache, ernsthaft und bescheiden betrieben, ohne marktschreierische Funktion.

  2. Sigrun Holzinger Says:

    Esoterik ist doch nichts schlimmes.
    Laut Wikipedia hört sich das m. M. sogar gut an:

    Esoterik (von altgriechisch ἐσωτερικός esōterikós „innerlich“) ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist – im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen.

    …und entschleunigen ist auch eine gute Sache

    Herzliche Grüße an Euch gen Ammersee
    sendet Sigrun

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